„Ein Jahr (Es geht voran)“

Das ist der Titel eines guten Stücks Musik der 80er Jahre, von der nordrhein-westfälischen Band „Fehlfarben“.

„Ein Jahr – es geht voran!“ – das könnte aber auch das Motto des letzten Jahres für mich sein. Denn vor ziemlich genau einem Jahr habe ich beschlossen, meinem Leben eine Wendung zu geben – dafür zu sorgen, dass das „Weniger“ bei mir immer mehr wird und ich den Weg in ein un-be-schwer-tes Leben gehe.

Deshalb habe ich heute in einer Gruppe Gleichgesinnter auf facebook, die wie ich an ihrem Gewicht arbeiten, weil man die Körpergröße so schlecht beeinflussen kann, folgenden Post geschrieben (ich muss dazu sagen, dass ich in den sozialen Netzwerken wie facebook oder Twitter grundsätzlich alles in kleinbuchstaben schreibe – auch das, was eigentlich GROSS geschrieben wird. Wer damit Schwierigkeiten hat, möge es mir nachsehen und sich Mühe geben… 🙂

nun ist es exakt ein jahr her, seit ich den entschluss gefasst habe, dass ich etwas tun muss, will ich nicht mit ende vierzig mit den folgen von diabetes und schlimmeren dingen kämpfen müssen.

vor einem jahr waren es mindestens 160 kilo, die ich gewogen habe – vermutlich aber sogar mehr, ich weiß es nicht, weil ich keine waage gefunden habe, die mein gewicht ausgehalten hätte und die scham, auf eine autowaage gehen zu müssen, wollte ich mir nicht geben. ich kann mich noch sehr gut an meine ersten tage erinnern, als ich ganz vorsichtig und noch von zweifeln geplagt, die ersten schritte in richtung „weniger essen“ und „mehr bewegung“ gemacht habe. schnell habe ich gemerkt, dass der körper sich recht rasch an die neuen umstände gewöhnt, meine bewegungseinheiten wurden größer und es hat mir sogar spaß gemacht, mich zu bewegen. gleichzeitig habe ich gemerkt, dass man durchaus auch überlebt, wenn man bei ungefähr 1.800 kalorien die bremse reinhaut – es kommt nur darauf an, WIE man diese 1.800 kalorien erreicht! und schon nach wenigen wochen hatte ich dann ein ganz kurioses problem: wusste ich am anfang nicht, wie ich es schaffen soll, weniger als 1.800 kalorien zu mir zu nehmen, so hatte ich plötzlich das problem, dass ich gar nicht so viel essen konnte, wie ich gemusst hätte, wollte ich auf 1.800 kalorien kommen.

ich habe, so doof sich das auch anhört, insbesondere meinen brotkonsum stark reduziert. heute esse ich maximal einmal am tag 1 brötchen, das reicht. wenn überhaupt, denn meistens ersetze ich das brötchen, das mich ohnehin nicht sättigt durch müsli, overnight oat oder frischgetreidebrei.

die kilos sind gepurzelt und mit jedem kilo, das gefallen ist, ist mein stolz über das erreichte gestiegen. heute, nach einem jahr, kann ich mit wirklich großem stolz verkünden, dass es mir gelungen ist, wenn man von einem geschätzten startgewicht von 160+ bei 124 kilo angekommen bin. das sind in worten 36 kilo. 36 kilo – das sind mehr als dreieinhalb eimer wasser, das sind 72 große päckchen kaffee oder, das beeindruckt mich am meisten, 144 päckchen butter (für mich als veganer natürlich alsan… „smile“-Emoticon ).

das foto links zeigt mich im januar 2013, also eineinhalb jahre vor meinem entschluss, abzunehmen. allerdings kommt das dem, was ich war, als ich anfing abzunehmen, ziemlich nahe, ich habe damals sicherlich ungefähr genauso viel gewogen, eher sogar mehr. ich habe damals innerhalb kürzester zeit sehr, sehr stark zugenommen, weil mein lebensmut dadurch, dass ich meine ausbildung zum altenpfleger abbrechen musste. mit diagnostiziertem erschöpfungssyndrom und depression, verursacht durch konsequentes mobbing (durch vorgesetzte) über die gesamte zeit von zwei jahren hin. ich bin erschrocken, als ich vor einiger zeit dieses foto beim „aufräumen“ in meinen facebook-fotos wiederentdeckt habe.

das foto rechts ist entstanden beim vegan street day dieses jahr am pfingstsonntag, also vor gut sechs wochen. als ich das foto zum ersten mal gesehen habe, konnte ich nicht glauben, dass ich das bin. ich habe den freund, der es gemacht hat, gefragt, ob er es irgendwie gephotoshopped hat.

ralfundralf

meine nächsten etappenziele sind: 120 kilo, 115 kilo, 110 kilo, 105 kilo, 99 kilo. und wenn ich dieses ziel erreicht habe, wenn ich es tatsächlich geschafft habe, mich „zweistellig zu machen“ – dann ist die „pflicht“, die ich mir selbst auferlegt habe (ohne darunter irgendwie zu leiden) erreicht und dann beginnt die „kür“. mal sehen, wo sie mich hinbringt.

ein weiteres ziel, das ich mir am sonntag aus einer laune heraus gesteckt habe ist die teilnahme am stadtlauf 2016 in der disziplin „7 km walken“. wenn ich mir vorstelle, dass ich vor einem starken jahr, sagen wir, im april oder mai 2014, noch konsequent jedem noch so kurzen fußweg aus dem weg gegangen und jeweils die nächstmögliche haltestelle irgendwelcher öffentlicher verkehrsmittel aufgesucht habe; wenn ich mir vorstelle, dass ich damals schon beim erklimmen der anderthalb stockwerke bis in meine wohnung kurz vor dem erstickungstod war – hätte mir damals jemand gesagt „hey, alter, nächstes jahr um diese zeit hast du fast vierzig kilo abgenommen und wirst übermütig“ – ich hätte ihn wahrscheinlich für verrückt erklärt. aber weiß man’s? übermütig bin ich auf alle fälle, und ob ich am ende tatsächlich die distanz schaffe – ich weiß es nicht. aber allein die aussicht, dass ich nächstes jahr um diese zeit inmitten tausender laufsportler stehen und auf das startsignal warten werde ist derart absurd, dass ich es mir so richtig vorstellen kann. auf alle fälle würde dann ein traum für mich in erfüllung gehen.

denn eines kann ich jetzt schon sagen: ich habe viele male versucht, abzunehmen. mal mit mehr, mal mit weniger, mal völlig ohne jeden erfolg. eines aber hatten alle bemühungen gemeinsam: spätestens nach einem halben jahr war schluss. dass ich es wirklich schaffe über ein ganzes jahr konsequent dran zu bleiben, und sogar über weihnachten nicht alle guten vorsätze über bord geworfen habe, macht mich unglaublich froh. und ja, ich muss es wieder sagen: es macht mich unglaublich stolz. aber ich glaube, ich darf das auch.

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Zeit für eine Zwischenbilanz

Am 26. Juni hat mir mein Arzt gesagt, dass ich etwas ändern muss, wenn ich auch in fünf oder zehn jahren noch einigermaßen lebenswert leben will. Diabetes mellitus Typ 2 – das war die Diagnose, die er mir damals offenbarte.

Und er bat mich inständigst, meinen Lebenswandel zu überdenken. Abnehmen, abnehmen, abnehmen. Das war sein Appell an mich. Dass das nicht gehen würde, ohne mein Leben auf den Kopf zu stellen, das war klar.

Also fing ich am 4. Juli damit an, meine Ernährungsgewohnheiten in einem Tagebuch festzuhalten, ich begann, mich mehr zu bewegen, spazieren zu gehen, vernünftig zu essen…

Vor zwei Tagen habe ich mein Blut untersuchen lassen. Es ging vor allem um den sogenannten HbA1c-Wert, den Wert, über den man den mittleren Blutzucker der letzten drei Monate ermitteln kann.

Heute nun war ich bei meinem Hausarzt, um die Ergebnisse der Blutuntersuchung zu erfragen. Das hier habe ich gerade eben in facebook gepostet:

sodele. blutwerte sind da. mein arzt konnte es kaum glauben. er meinte, er hätte so ende september mal an mich gedacht, und überlegt, ob ich wohl überhaupt komme. und als ich dann einen termin gemacht habe zum blutabnehmen hätte er sich schon im kopf zurecht gelegt, wie er mir wohl den einstieg in die medikamentöse diabetes-therapie „schmackhaft“ machen könnte.

als er dann aber meine blutwerte aus dem labor bekommen hat, war er sich zunächst nicht sicher, ob da nicht was vertauscht wurde im labor. als er mich dann aber zur tür reinkommen gesehen hat, meinte er nur „jetzt wird mir manches klar“.

gamma-gt (leberwert) 15 (referenzwert: <60)
kreatinin: 0,78 (0,7 – 1,3)
glucose: 89 (60 – 110)
hba1c 5,9% (4,0 – 6,0%)
gesamtcholesterin 130 (110 – 220)

FAZIT: DER DIABETES IST WEG!! WEG, WEG, WEG!!!

und mein arzt meinte noch folgendes:

1. das schaffen nicht viele, aber viele schaffen es nicht.
2. zitat: „ich glaube, vegan ist für sie die ideale ernährungsform. hätten wir mehr veganer, hätten wir viele probleme nicht, die es auf der welt gibt“

ich bin dann mal feiern.

Heute ist Donnerstag, der 9. Oktober 2014 und heute ist Tag achtundneunzig meiner Reise in ein mit Sicherheit unbeschwerteres Leben. Der achtundneunzigste Tag, an dem das Weniger bereits viel mehr und das Mehr viel weniger geworden ist.

Radtour durchs Wohnzimmer

Stuttgart, 19:30, Regen. Die Frisur sitzt. Dreiwettertaft.

Dreiwettertaft? Nein, Fahrradergometer. Leider war das Wetter heute den ganzen Tag so scheußlich, dass ich beim besten Willen keine Lust hatte, rauszugehen. Statt dessen habe ich mich auf meinem Fahrradergometer amüsiert. Zwei Etappen von insgesamt 70 Minuten – dabei habe ich gut 650 kcal verbrannt. 

Wirklich schön, dass ich mir inzwischen so sehr Gedanken darüber mache, dass ich mein Bewegungspensum halte. Der Arzt hat mir vor gut acht Wochen dringend empfohlen, mehr Bewegung in meinen Alltag einzubauen. Das habe ich gemacht – und habe es mir verinnerlicht. Ich kann heute nicht mehr anders.

Heute ist Sonntag, der 31. August 2014. Und Tag 59 meiner Reise in ein un-be-schwer-tes Leben neigt sich seinem Ende zu.

Fünfundvierzig – oder: Husten, Prusten, trotzdem laufen!

Ist es nun eine Sommergrippe oder doch die erste Herbsterkältung? Egal. Auf alle Fälle bin ich krank. Kopfschmerzen, Gliederschmerzen, Husten, Halsweh und das Gefühl, dreimal durch den Fleischwolf gedreht worden zu sein.

Also ideale Voraussetzungen für den Schmuddelsommer 2014: Mit der Kuscheldecke und einer Kanne voll Pfefferminztee aufs Sofa, viel Schlafen, einfach nur erholen.

Aber was mache ich dann mit meinem täglichen Spaziergang? Eigentlich ist mir nicht danach, eigentlich möchte ich wirklich nur aufs Sofa oder am liebsten gleich ins Bett. Dennoch habe ich am Freitag und auch heute meine Schuhe angezogen (heute übrigens zum ersten Mal in diesem Jahr meine Winterstiefel, ist schon ein Unterschied zu den leichten Chucks, die ich ansonsten immer an meinen Füßen habe. Gefühlt zwei Kilo mehr Schuh, schwere Gewichte an den Füßen und die fühlen sich irgendwie eingesperrt…

Eines sollte man auf jeden Fall machen, wenn man krank spazieren geht: gut einpacken. Lieber zu viel anziehen als zu wenig, sonst tut man sich keinen Gefallen und ist am Ende länger krank als ohne Spaziergang – dabei ist es doch eigentlich hervorragend, wenn man an solchen Tagen kurz vor die Tür geht und die Lungen durchlüftet. Das Schwitzen sorgt dafür, dass den miesen kleinen Tierchen schneller der Garaus gemacht wird. Und gut verpackt macht ein Spaziergang selbst mit Erkältung und bei so widerlichem Herbstwetter wie in diesem Sommer – naja, nicht gerade Spaß, aber doch Sinn.

Und auch das ist für mich einmal mehr eine ganz neue Erfahrung: ich hatte trotz Erkältung das Bedürfnis, vor die Tür zu gehen. Bisher war die Erkältung immer die ideale Ausrede, auf keinen Fall rausgehen zu müssen – man ist ja schließlich krank! 🙂

Ach ja: mit Fieber – das versteht sich von selbst – macht es natürlich keinen Sinn, spazieren zu gehen. Und auch ohne Fieber ist es wichtig, eher zu wenig als zu viel zu tun. Man ist nicht so leistungsfähig, wenn man krank ist – also muss man auch nicht versuchen, sein sonstiges Pensum zu absolvieren. In meinem Fall waren es sowohl am Freitag wie auch heute jeweils um die 3 Kilometer – und das reicht auch völlig aus, um die Lungen durchzulüften und frische Luft zu tanken.

Ach ja, eines noch: Heute ist Sonntag, der 17. August 2014 und heute ist Tag 45 meiner Reise in ein hoffentlich unbeschwerteres Leben – der 45. Tag, an dem das Weniger hoffentlich immer mehr und das Mehr immer weniger wird.

Eigentlich ist es unglaublich…

Wenn mir vor sechs, acht Wochen jemand gesagt hätte, dass ich jetzt jeden Tag freiwillig 5 – 6 Kilometer zu Fuß gehe, ohne Not, einfach so – ich hätte ihn für verrückt erklärt.

Seit vier Wochen mache ich jeden Morgen einen ausgedehnten Spaziergang von anderthalb bis zwei Stunden und dies mit wachsender Begeisterung. Klar, ich merke schon länger, dass mir das sehr gut tut und dass auch meine Kondition wächst.

Aber gestern abend ist mir zum ersten Mal richtig aufgefallen, wie weit ich inzwischen gekommen bin. Recht schnell, nachdem ich damit begonnen habe, spazieren zu gehen, habe ich auch damit angefangen, mehr Bewegung in meinen Alltag einzubauen. Gestern abend bin ich dann nach dem Vorstandstreffen der Stadtisten aus dem Heusteigviertel zum Charlottenplatz gelaufen. Ich kann mich gut daran erinnern, als ich diese Strecke das erste Mal lief, spätestens am Wilhelmsplatz hing meine Zunge auf dem Fußboden und ich war klatschnass geschwitzt. Gestern nun lief ich ohne Anstrengung durch zum Charlottenplatz und nicht einmal meine Atemfrequenz war erhöht. Es war schon ein tolles Gefühl…

Das Spazierengehen am frühen Morgen ist mittlerweile ein fester Bestandteil meiner Tagesgestaltung und ich möchte es nicht mehr missen.

Einhundertfünfzigkommadrei

Vor fast auf den Tag genau vier Wochen habe ich damit begonnen, mich gesund zu ernähren und mehr Bewegung in meinen Alltag einzubauen. Leider war es mir – ich schrieb an dieser Stelle bereits darüber – bisher nicht möglich, mein genaues Gewicht zu ermitteln, was ein wenig schade war, da ich zwar anhand meines Hosenbundes (Hose rutscht jetzt, wenn ich sie nicht mit dem Gürtel fixiere, von alleine wieder herunter) und meines Gesichts (das Mondgesicht kriegt langsam wieder Konturen…) feststellen konnte, dass sich Gewaltiges getan hat, ich aber eben nicht wusste und bis heute nicht weiß, wieviel Gewicht ich nun tatsächlich verloren habe in den vergangenen vier Wochen.

Alle Waagen, die ich mit der Frage nach meinem Gewicht behelligt habe, gaben mir mit einem klagevollen Ächzen zu verstehen, dass sie nicht willens waren, mein Körpergewicht zu ermitteln. „Error“ war das einzige, was sie mir mitzuteilen bereit waren – „Error“. Fehler.

Seit heute früh um Viertel nach Acht ist dieser Fehler nun behoben, als ich in der Freihof-Apotheke in Stammheim meine beiden Füße auf die Waage stellte, leuchtete sie mich freundlich an und auf ihrem Display waren die Ziffern „150,3“ zu sehen.

Seit heute kenne ich also mein aktuelles Körpergewicht bis auf die erste Nachkommastelle genau.

Nicht, dass ich falsch verstanden werde: ich werde jetzt nicht dreimal täglich in die Apotheke rennen, um zu erfahren, ob ich nun 200 Gramm ab- oder zugenommen habe. Ganz sicher nicht. Aber einmal in der Woche werde ich mich von nun an auf die Waage stellen. Denn 150,3 ist – die normal gewichtigen und die leichten Leser werden es mir verzeihen, denn ihnen macht diese Zahl vermutlich große Angst – für mich ein im wahrsten Sinn des Wortes gewichtiger Erfolg. Wenn man nämlich hochrechnet, dass ich nun vier Wochen gebraucht habe, um bei einer Kalorienzufuhr von im Durchschnitt maximal 2.000 kcal täglich (bei einem Grund- und Energieumsatz von insgesamt 2.800 kcal) und durchschnittlich einer Stunde langsamer, aber regelmäßiger Bewegung täglich auf dieses Gewicht zu kommen, kann man sich vorstellen, dass mein Ausgangsgewicht vor vier Wochen deutlich darüber lag – ich begebe mich in die Welt der Spekulation, aber ich denke, es werden so ungefähr 154 bis 155 Kilo gewesen sein.

Und jetzt heißt es: weiter geht’s!

Hurra!

Heute habe ich es geschafft. Ich habe insgesamt 6,3 Kilometer in 115 Minuten zurückgelegt. Ich gebe es zu: der letzte Kilometer war echt hart. Ich musste mich zwingen, um nicht abzubrechen. Aber ich habe durchgehalten. Und es tut so gut!

Hier für alle diejenigen, die sich dafür interessieren, die Strecke, die ich zurückgelegt habe und von der ich annehme, dass ich sie auch weiterhin zurücklegen – und später auch noch ausbauen werde:

Laufstrecke(Quelle: GoogleMaps)

Heute bin ich einfach nur glücklich…

Seit fast vier Wochen achte ich nun auf gesunde Ernährung und vor ungefähr zwei Wochen habe ich damit begonnen, „mehr Bewegung in meinen Alltag einzubauen“, wie das so schön heißt.

Jeden Morgen, gleich nach dem Frühstück, mache ich einen ausgedehnten Spaziergang. Es hat ganz klein angefangen, quasi mit einer „Runde um den Block“. Stück für Stück habe ich meine Strecke ausgebaut, bis ich irgendwann (Ortskundige werden wissen, wovon ich rede) von meiner Wohnung am äußersten Ende von Stammheim bis nach Zuffenhausen gelaufen bin (sind so ungefähr 3 Kilometer). In Zuffenhausen habe ich mich schließlich in die U-Bahn gesetzt und bin wieder zurück nach Stammheim gefahren.

Heute nun habe ich mir ein Herz gefasst und bin trotz unschönen Wetters und dauernden Nieselregens in Zuffenhausen nicht zur U-Bahn-Haltestelle gelaufen sondern wieder zurück nach Stammheim. Zwar noch auf dem kürzesten Weg, aber dennoch komme ich auf eine Gesamtstrecke von 4,7 Kilometern.

Und was das tollste ist: meine Knie haben das ganze ohne Murren und Knurren mitgemacht und auch meine Füße tun überhaupt nicht weh.

Ganz ehrlich: Ich bin einfach nur stolz und glücklich!

Heute ist Tag 27 meiner Reise in ein „un-be-schwer-tes Leben“. Weiter geht’s!

Tag 10: Freude an der Bewegung

„Heute ist Sonntag, der 6. Juli 2014 und heute ist Tag drei meiner Reise in ein hoffentlich unbeschwerteres Leben – der dritte Tag, an dem das Weniger hoffentlich immer mehr und das Mehr immer weniger wird.“

Das war der letzte Satz im ersten Beitrag meines „Abnehmblogs“.

Heute ist genau eine Woche später. Wieder Sonntag, diesmal der 13. Juli und heute ist demnach Tag zehn. Zehn Tage, in denen ich gelernt habe, alle meine Mahlzeiten akribisch in mein Ernährungstagebuch zu schreiben. Zehn Tage, in denen ich gelernt habe, mir Gedanken zu machen darüber, was ich esse, damit ich die ideale Zusammensetzung der Nährstoffe wenigstens annähernd erreiche, die von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung als anstrebenswert vorgegeben wird. Gar nicht so leicht. Aber: Machbar. Zumindest fürs erste.

Es macht auch Spaß zu erleben, wie das, wozu man sich zunächst mühsam und zäh immer wieder aufs Neue zwingen muss, einem plötzlich völlig selbstverständlich scheint.

Ach ja, eines noch: ich fahre wieder Rad. Zumindest fahre ich Hometrainer. Jeden Tag. Zu Anfang erst ganz vorsichtig, zum einen, weil ich ja keine Kondition mehr habe, seit ich nicht mehr in der Pflege arbeite. Zum anderen aber auch und vor allem wegen meiner Arthorse im rechten Knie. Ich habe immer Angst, mich bzw. mein Knie zu sehr zu belasten und dann wieder tage- und wochenlang von Schmerzen geplagt zu sein.

Seit gestern fahre ich nun 20 Minuten am Tag, was einer Verdopplung meiner „Einstiegszeit“ entspricht. Und es tut gut. Ich habe das alle paar Tage ein wenig gesteigert. Am Anfang waren es gerade einmal zehn Minuten. Dann fünfzehn. Seit gestern sind es nun zwanzig Minuten. Jeden Tag. Und auch das macht großen Spaß. Ich freue mich, dass ich wieder mehr Bewegung in meinen Alltag bringe. Ich freue mich, dass das Radfahren für mich keine lästige Pflicht ist, sondern dass es mir echt gut tut.

Ich bin gespannt, wie es weiter geht. Auf die nächsten zehn Tage.

… oder tausend Schritte tun.

Ich habe mir jetzt eine neue App aufs Smartphone geladen. Eine Schrittzähler-App. Meine Mutter musste lachen, als ich ihr das erzählt habe, sie meinte, das sei doch wohl völlig unsinnig.

Ja, vielleicht hat sie recht. Vielleicht ist es idiotisch, zu zählen, wieviele Schritte man am Tag zurück gelegt hat. Tatsächlich aber haben Sportwissenschaftler von der Universität Köln herausgefunden, dass es ungefähr 10.000 Schritte sind, die man pro Tag zurücklegen sollte, um damit in der Woche zwischen 2.000 und 3.500 Kalorien zu verbrennen – und das wiederum wirkt sich dann positiv auf Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und vieles mehr aus – man läuft sich also sozusagen gesund.

Dabei spielt es keine Rolle, ob man nun einfach spazieren geht, ob man „mehr Bewegung in den Alltag einbaut“ oder ob man mit zwei Skistöcken in der Hand durch den Wald läuft. Hauptsache, man legt 10.000 Schritte am Tag zurück.

Heute waren es bei mir knapp 4.000 – ich bin gespannt, wann ich das erste mal 10.000 Schritte gemacht habe – aber einstweilen gilt: „Jeder Schritt zählt“.